Vier gewinnt. Was Anfang der 90er klang wie ein überheblicher Slogan von vier halbstarken Schwaben in bunten Baggie-Pants, ist nach 30 Jahren Bandgeschichte unbestrittener Fakt. Die Fantastischen Vier haben in drei Jahrzehnten deutschen Sprechgesang geprägt und „Populär“ gemacht. Dabei mussten sich die sümbadischen Spaßrapper oft dem Unmut aus dem Underground stellen, sie wurden von Moses Pelham beleidigt, aber vom Mainstream gefeiert. Die Fantas haben sich immer wieder neu erfunden, ohne sich dabei unTroy zu werden. Dass ihnen das gelungen ist, haben sie auch ihrer Freundschaft zu verdanken. Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon albern mit Ü-50 immer noch rum wie Zehntklässler auf einem Schulausflug - sie sind halt zusammen groß und zusammen alt geworden und werden hoffentlich noch ein bisschen zusammen bleiben. Wir schauen mit ihnen zurück auf eine bewegte Karriere zwischen Bühnen aus Europaletten und Stadion-Shows, Spaß und Spiritualität, Hoffnung, Lauschgift und Rückenwind. Jetzt geht’s ab, mit freundlichen Grüßen - in Folge #025DieFantastischen30.
#024 Phoenixmania
If we ever feel better – dann hat das meist mit Phoenix zu tun, denn wir sind absolute Phoenix-Phans. Seit „United“, dem Debütalbum, das in diesen Tagen 20 wird, feiern und studieren wir diese außergewöhnlichste und erfolgreichste aller französischen Bands – und haben das Glück, sie auch immer wieder treffen zu dürfen. Diese 4 verwegenen, belesenen und lässigen Garçons mit den Oxford-Hemden und Röhrenjeans, die so galant zwischen Romantik und Rave, Synthies und Soul, Indie, Intellekt und Intuition flanieren in den königlichen Gärten ihrer Heimatstadt Versailles und später in N.Y., L.A., Bayreuth und „Rome“. Zu ihren Weggefährten gehören dabei Air und Daft Punk, die Coppolas und die Karaseks. Phoenix erschaffen Pop mit Panache, obwohl sie sich dem Business immer verweigert haben. Everything is Everything is Phoenix in Folge #024Phoenixmania.
#023 On Cypress Hill
Cypress Hill sind Pioniere des Latin Hip Hop, obwohl sie genau das nie sein wollten. Ihre Vorbilder waren Run DMC und Public Enemy, aber sie erschufen Anfang der 90er einen ganz eigenen Sound, der sich an Rock, Metal und Psychedelic orientierte. Im Jahrzehnt des Crossover kamen sie damit genau richtig, inzwischen sind Cypress Hill ihre eigene Marke - stets umgeben vom grünen Dunst, den sie seit der Anfangszeit besingen und für dessen Legalisierung sie sich immer wieder stark gemacht haben. Zweites Markenzeichen: B-Reals nasale Stimme, bei der selbst Jan Delay neidisch werden könnte. Heute, am 2. Juni wird B-Real 50 Jahre alt - Happy Birthday! In Stereo.Typen #23OnCypressHill blickt er mit uns zurück. Mit 17 wurde Louis Freese in einer Schießerei erwischt. Danach zog er sich in die Musik zurück und wurde zu B-Real, um lieber nur über das gefährliche Gang-Leben in der Cypress Avenue in South Gate zu rappen als daran teilzunehmen. Mit Sen Dog fand er einen Partner in Crime am Mic und mit DJ Muggs und Percussionist Eric Bobo die passende Beat- und Rhythmus-Fraktion. Seit 3 Jahrzehnten liefern die 4 Tracks über Gangs, Geld und Girls und vor allem Gras! Wir zünden uns einen auf sie an und B-Real erzählt uns, welche Musik man am besten hört, wenn man high ist.
#022 Chris Cornell
„In My Time of Dying“ war der letzte Song, den Chris Cornell live gesungen hat. Wenige Stunden später nahm er sich das Leben. Das war heute vor drei Jahren – am 18. Mai 2017. Sein Tod war ein Einschnitt in so viele andere Leben, auch das von Soundgarden-Nerd Marc Mühlenbrock. Songs wie „The Day I Tried to Live“ oder „Fell on Black Days“ waren wunderbar traurige Hymnen der Grunge-Ära, als Seattle den Soundtrack für die Generation X schrieb. Chris Cornell war, neben Kurt Cobain und Eddie Vedder, eine ihrer Stimmen – weltbekannt geworden durch „Black Hole Sun“ und später durch den James-Bond-Song „You Know My Name“. Soundgarden waren genauso nonkonform wie ihre Fans sein wollten, ihr Sound war spacig und vertrackt, zu heavy für Rock, zu experimentell für Metal, deep und depressiv wie das regnerische Seattle. Mit seiner anderen Band Audioslave klang er dann wütend und warm wie das sonnige Kalifornien, ganz nach dem Geschmack und Gemüt von Tilmann Köllner. In Stereo.Typen #022ChrisCornell erinnert sich Marc an die Begegnungen mit Cornell, der uns auch selber aus seinem Leben erzählt. RIP Chris Cornell, Live to Rise!
#021 Bono Anniversaire
It’s a Beautiful Day – denkt sich Paul David Hewson am 10. Mai 2020 zum 60. Mal und setzt seine Sonnenbrille auf. Er blickt zurück auf das Leben eines Rockstars, Ritters und Retters. Besser bekannt ist er als Bono Vox, Stimme und Kopf von U2, einer der größten Rockbands aller Zeiten, als Friedensbotschafter, der von Anfang an mit seiner Musik mehr wollte als Standing Ovations in Stadien. Nämlich die Welt verändern – dafür wird er von Publikum, Popstars und Politikern gleichermaßen ernst genommen und gefeiert. Er wurde nicht nur zum Ritter geschlagen, sondern auch mehrfach für den Friedensnobelpreis nominiert. Ein Weltenwanderer where the streets have no name zwischen Musik und Menschenrechten, Protestanten und Katholiken, arm und reich, laut und leise – wir feiern den singenden Irishman und lassen ihn selbst ein paar Kapitel seiner außergewöhnlichen Lebensgeschichte erzählen, With or Without U2. In Stereo.Typen #021BonoAnniversaire – jetzt überall, wo es Podcasts gibt…
#020 Taylor-made
„Miss Americana“ nennt sich Taylor Swift in ihrer aktuellen Doku auf Netflix. Es ist wirklich eine Erfolgsstory eines All American Girls, die „1989“ beginnt, auf die sie heute zurückblicken kann – wir tun das mit ihr in Folge #020TaylorMade. Vom ehrgeizigen Mädchen mit der Akustik-Gitarre zur erfolgreichsten jungen Country-Sängerin ever, hin zum größten Popstar unserer Zeit. Allem „Bad Blood“ mit Joe Jonas, Kanye West, Katy Perry oder Scooter Braun zum Trotz. Taylor erfindet sich immer neu, kann sich aber stets auf ihr Talent verlassen, eingängige und einfühlsame Songs zu schreiben, maßgeschneidert im silber glitzernden Popgewand. „Look What You Made ME! Do“ - Gerne, Tay Tay.
#019 Strokes, Chucks & Rock'n'Roll
Kein Arthaus-Filmautor und keine Casting-Agentur hätte sich diese Storyline besser ausdenken können: 5 junge Typen um die 20 retten im heißen Sommer von New York 2001 den Rock'n'Roll ins neue Jahrtausend. The Strokes sehen blendend aus, tragen Chucks, coole Röhrenjeans und Vintage-Lederjacken und heißen auch noch wie Filmhelden: Julian Casablancas, Nick Valensi oder Fabrizio Moretti. Schon bald werden sie Supermodels daten und vor Millionen Menschen spielen, die Julians brillante Melodien mitsummen. The Strokes so: „Is This It?“ Und die Welt: „Auf jeden!“. Aber was wäre diese wunderbare Coming-of-Modern-Age-Geschichte ohne die tiefen Täler: einen Sänger, der nicht gern auf Tour geht, einen drogenabhängigen Gitarristen, eine Celebrity-Beziehung in der Yellow Press und interne Streitigkeiten. Marc Mühlenbrock hatte vor einiger Zeit die Ehre, mit Albert Hammond jr. zu sprechen, dem allseits gefeierten und sehr sympathischen Gitarristen dieser prägendsten Band der Nullerjahre. Hört Al & uns in #019TheStrokes
#018 Tame Impala
„It might be time to face it - das ist jetzt schon das beste Album 2020“, sagt Tilmann Köllner über „The Slow Rush“ von Tame Impala, das gerade erschienene Gesamtkunstwerk über Zeit, Nostalgie und Vergänglichkeit, das gleichzeitig so zeitlos wie zeitgeistig ist. Der Australier Kevin Parker, das Gehirn und der Motor dieser Psychedelic-Post-Pop-Band, ist ein zurückgezogenes, sympathisches Genie ohne Allüren, das mit seiner einzig- und eigenartigen, effektschwangeren und grenzensprengenden Musik nicht nur seit zehn Jahren Musik-Nerds begeistert, sondern auch den Mainstream inspiriert und befruchtet, so dass ihn Menschen wie Lady Gaga, Kanye West oder Travis Scott als Produzenten wollen und Rihanna seine Songs covert. Eine Ode an den Game Changer Kevin Parker, seine Band und seine Projekte in Folge #018TameImpala.
#017 Peter Gabriel
Was für ein Vorzeige-Mensch Peter Gabriel doch ist: Innovativer Musiker, Philanthrop, politischer Aktivist, Umwelt- und Technologie-Unterstützer, Global-Pop-Label-Betreiber und liebender Ehemann und Vater. Eigentlich zu viele Aufgaben für ein Leben, doch Peter Gabriel hat sich aller angenommen, weil er hart arbeitet und immer nach vorne schaut. So wie damals mit Genesis, als er das Korsett einer Folk-Prog-Band sprengte mit androgyner Theaterschminke und Gedichten. Solo fand er sich zunächst auf dem „Solsbury Hill“ wieder, huldigte Apartheid-Gegner Steve Biko und erfand den Drumsound der 80er, in denen er zu einem der größten Pop-Stars aufstieg, auch dank „Sledgehammer“ - einem der besten Musikvideos aller Zeiten. Es ist ein bisschen stiller geworden um Peter Gabriel, aber nicht an jenem 13. Februar, an dem er seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Wir feiern ihn und sein Lebenswerk. Von dem erzählt er uns in #017PeterGabriel.
#016 Whitney Houston
Es ist eine sehr besondere Geschichte vom gorgeous Gospel-Girl from the Hood mit der gottgegebenen, glasklaren Stimme, mit der sie uns alle irgendwann mal berührt oder bewegt hat. Entweder zu Tränen in „Bodyguard“ mit ihrem größten Hit „I Will Always Love You“ oder zum Tanzen mit Partyhits wie „I Wanna Dance With Somebody“ oder „How Will I Know“. Es ist aber auch eine herzzerreißende Geschichte von Sucht, Verzicht, unterdrückten Gefühlen, gesellschaftlichem Druck, Missverständnissen und Einsamkeit, an der sie vor acht Jahren, am 11. Februar 2012 zugrunde gegangen ist - wir und Whitney erzählen euch diese Geschichte und die Geschichten drumherum in Folge #016Whitney Houston.