#012 Let's Go, Beck!

21. November 2019 #12
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Let's go, Beck in Time: Dieser eklektischste aller Musiker hat wirklich fast alles gemacht: Country mit Samples, Surf-Gitarre meets Delta-Blues, Rap auf 8-Bit-Retro-Elektronik, Spoken-Word-Bar-Comedy, 60s Soul-Pop, LoFi-Home-Recordings, psychedelischen Orchester-Sound und Sexx-Funk, Heino-Artwork, ein Leonard-Cohen-Coveralbum, ein Songbuch und jetzt ein melancholisches Synthie-Album: „Hyperspace“ erscheint diesen Freitag. Ein Alleskönner und -ausprobierer aus einer Künstlerfamilie aus dem Melting Pot L.A. und wichtigster Indie/Alternative-Musiker der letzten 25 Jahre. Beck blickt in der neusten Folge unseres Podcasts back auf sein Werk – und bleibt dabei doch ein Mysterium mit wenig Miene und Mimik. Dieser höfliche, ewige Milchbubi mit der Teufelsfrisur unter dem Cowboy-Hut und Ghettoblaster auf dem Arm, der alles ist - nur kein Loser. He's got 2 turntables, we got 2 microphones.

#011 Everybody hört's

6. November 2019 #11
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R.E.M. hatten mehrere Leben gelebt, als sie Herbstanfang 2011 im Jetzt kollabierten. Aus dem Südstaaten-College heraus galten sie ein Jahrzehnt lang als Amerikas beliebteste Indie-Band. Sie wurden zu Helden des Alternative Rock und irgendwann zur größten Band der Welt – und zwar mit der leisesten, melancholischsten und schönsten Musik, die man sich nur erträumen kann: „Losing My Religion“, „Everybody Hurts“, „E-Bow The Letter“. Michael Stipes erratische Lyrics waren das Pendant zur verblüffenden Vielseitigkeit der Instrumentalisten Buck, Mills und Berry, die pendelten zwischen süßlicher Mandoline und verstört-verzerrter Gitarre, Drum und Drumcomputer, genauso wie Stipe zwischen Pseudo-Rockstar und Poet mit Leib und Seele, von Hoffnung zu Hoffnungslosigkeit. Sweetness Follows, denn von all dem erzählt diese wunderbare Band in Episode 11 unserer Podcast-Reihe.

#010 Pixies Club

24. Oktober 2019 #10
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Vor genau 20 Jahren, im Herbst 1999 sahen wir mit Edward Norton und Helena Bonham Carter zum Ende von „Fight Club“ die Welt untergehen. Regisseur David Fincher entschied sich, dieses gehirnwegblasende Finale mit einem der größten Gitarren-Songs aller Zeiten zu unterlegen: „Where is my Mind?“ von den Pixies wurde so gut 10 Jahre nach Veröffentlichung ein zweites Leben eingehaucht. Pixies-Bandleader Frank Black aka Black Francis aka Charles Michael Kittridge Thompson IV würde diese Einleitung auf die neuste Episode unseres Podcasts wütend machen. Denn natürlich sind die Pixies mehr als dieser Kult-Song. 1988-91 – 4 Alben in 4 Jahren, die die US-Indie-Kultur mitgegründet und Nirvana den Weg geebnet haben. „Here Comes Your Man“, „Debaser, „Monkey Gone to Heaven“. Frank Blacks Songs handeln von Absurditäten des Alltags, Surfern, Filmen des spanischen Surrealismus und Bibelgeschichten gone bad. Marc Mühlenbrock hat Frank Black zum dritten Album seit der Reunion interviewt, „Beneath the Eyrie“ kam Mitte September 2019 raus. Und er sollte die Wut des Frank Black kennenlernen, aber auch sein Charisma, seine Eloquenz und seinen Humor. Eines der unterhaltsamsten und aufregendsten Interviews, nachzuhören und -fühlen in #010 Pixies Club.

#009 BrotoTypen

7. Oktober 2019 #9
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Auch wenn man nicht jeden Song von ihnen mitrappen kann - man muss sie einfach lieben - die netten Brote, diese drei sympathischen Jungs mit dem smarten Wortwitz, die sowas von Nordisch by Nature sind: Doktor Renz, König Boris und Björn Beton. Mit „Jein“ haben sie einen HipHop-Pop-Hit geschaffen, der wahrscheinlich auch noch 2096 um 4 Uhr morgens auf Hochzeiten mitgegröhlt werden wird, sie haben mit „Wildwechsel“ sehr früh Kollegen wie Max Herre gefeaturet und damit Deutschrap entscheidend mitgeprägt und waren seitdem immer auf der Suche nach neuen Sounds und Strömungen. Dabei haben sie stets gerne zitiert, übersetzt, assoziiert, aber sich nie auf eine Richtung festlegen lassen. Zuletzt erschien im Mai diesen Jahres ein Album wie eine „Lovestory“, ab Mitte Oktober gibt’s diese Liebesgeschichte dann live. Für die einen sind sie die Beastie Boys Deutschlands für die anderen die größte Spaß-Pop-Rap-Band aller Zeiten. Lasst die Finger von Emanuela und hört die Geschichte der drei Wortwitz-Akrobaten von der Waterkant in Folge #009 Brototypen.

#008 The Prodigy Experience

17. September 2019 #8
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1991: „Out of Space“ schallt in Dauerschleife aus Tilmann Köllners Kinderzimmer. Nicht von dieser Welt war für ihn diese absurde Mischung aus Reggae, Rave, Rock, Rap und Randale. Mehr als 25 Jahre später trifft Marc Mühlenbrock die drei Köpfe dieser besonderen Band und muss feststellen, dass sie immer out of the Box denken und manchmal auch während des Interviews out of the room gehen, weil sie sich selbst langweilen, wenn sie von „damals“ erzählen - als sie quasi über Nacht den rotzigen Rave-Spirit aus dem UK-Underground auf die größte Bühne und in die Charts gebracht haben. Ein paar Monate nach dieser Begegnung nimmt sich der „Firestarter“ Keith Flint überraschend das Leben - am 17. September 2019 wäre er 50 Jahre alt geworden. In Folge #008 The Prodigy Experience erzählen wir deswegen diese magische und tragische Geschichte und lernen diese komisch-sympathischen Typen aus Essex kennen, die das musikalische Feuer gestartet haben, das auch heute immer noch lichterloh brennt, wenn ihre Tracks aus den Boxen brettern...

#007 Tool as Fuck

10. September 2019 #7
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Tool sind mehr als eine Metal-Band, sie sind ein Kult, eine Religion, eine ganz eigene Welt. Eine Welt, zu der man nicht so leicht Zugang findet, weiß Tilmann Köllner aus eigener Erfahrung. Aber eine Welt, die so viel zu bieten hat: harte Gitarrenriffs und vertrackte Rhythmen auf Alternative Hits wie „Prison Sex“ oder „Stinkfist“ und auf bis zu 15-Minuten-langen Songsuiten. Tool erschaffen Dunkelheit und Hoffnungsschimmer, Industrial mit Seele, Metal mit Groove, verklausulierte Texte über Gott, Evolution, Sex und Psychologie. Da lohnt es sich schon mal 13 Jahre zu warten auf ein neues Album. „Fear Inoculum“ erschien endlich Ende August 2019, 4872 Tage nach dem Vorgänger „10.000 Days“ und nach gefühlt 1.000.000 Postings dazu in Fanforen. Es landet diese Woche auf Platz 1 der US-Albumcharts. Marc Mühlenbrock hat vor einem Jahr eine der raren Interviewmöglichkeiten mit Tool-Sänger Maynard James Keenan bekommen, diesem unglaublich interessanten, scheinbar widersprüchlichen Mann mit tiefschwarzem Humor, um mit ihm über seine Zeit beim Militär und an der Kunsthochschule zu sprechen und über sein Leben heute zwischen Weingut und Metal-Bühne.

#006 OasisBros

28. August 2019 #6
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28. August 2009: der Tag an dem Oasis starb. Ein finaler Bruderstreit und das Ende der besten Band der Welt ist besiegelt. 10 Jahre ist das nun her und wir schauen ohne „Anger“ zurück auf die Bandgeschichte, die die goldene Ära des Brit-Pop geprägt und die Welt ein Stückweit besser gemacht hat. Auf „Supersonic“, auf „Wonderwall“, auf Blur, Knebworth, ein Abflussrohr und einen versunkenen Rolls Royce, auf Sex, Drugs, „Cigarettes & Alcohol“. Und auf die Hassliebe, die Noel und Liam Gallagher füreinander empfinden. Nach eigener Aussage sind sie wie Hund und Katze: der laute Proll mit der Super-Stimme und der dezente Angeber mit dem Händchen für Hits. Seit 10 Jahren gibt es trotz Solo-Projekten auch Gerüchte über eine Reunion – die Gallaghers erzählen uns persönlich und mit ihrem unvergleichlichen Mancunian-Akzent, wie die Chancen dazu stehen. Genug Zündstoff für eine der spannendsten Stories der Musikgeschichte.

#005 Lana Mania

10. August 2019 #5
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Bittersüß, wunderschön und sonderbar zeitlos - das alles ist Lana Del Rey. Eine unfassbar facettenreiche Künstlerin, die den amerikanischen Traum von den 50ern bis heute auf ihre ganz eigene Weise verkörpert, konterkariert und damit auch immer wieder kritisiert. Ein Pop-Art-Popstar, deren unverkennbare Stimme hypnotisch lamentierend vorbei- und gleichsam in ihren Bann zieht und in eine Art Trance versetzen kann. Vom New Yorker Trailer-Park-Girl mit verträumten Retro-Pop-Star-Konzepten hin zum modernen, post-emanzipierten kalifornischen Future-Pin-up-Girl, das gerade mit „Norman Fucking Rockwell“ ihr vielleicht bestes Album veröffentlicht. Natürlich mit Roy-Lichtenstein-Schriftzug. Aber vor allem ist Lana nahbar, sympathisch und unglaublich charmant, das zeigt die Begegnung in Folge #005.

 

#004 aMUSEd

27. Juli 2019 #4
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Falsett, Bombast, Effektgewitter. Muse bringen seit über 20 Jahren die ganz großen Bühnen zum Beben - das ist aber nie reine Rockshow, sondern auch immer politischer Kommentar in theatraler Inszenierung. Die Kompositionen sind komplex und schlau durchdacht von Kopf Matt Bellamy, der auch noch ein genialer Gitarrist ist und nicht nur auf der Bühne beeindruckt. Vorbild Freddie Mercury wäre sicher stolz auf ihn und Physikprofessoren wären beeindruckt von seinen wissenschaftlichen Metaphern. Von der Cover-Schülerband zur größten Future-Science-Fiction-Rockband der Welt - und sexy klingen sie dabei auch noch, fand nicht nur Bellamys Ex Kate Hudson. Die Story von Muse, erzählt mithilfe von Sänger Matt in Folge #004.

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#003 EdVenture

14. Juli 2019 #3
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Es war ein abenteuerlicher Weg vom Pub-Gitarristen zwischen Pints und Pöbel zu einem der größten Popstars der Welt. Jüngstes Beispiel: The (in)famous Mr. Ed hat gerade sein neues Album "No.6 Collaborations Project" mit befreundeten Künstlern veröffentlicht, wie Chance The Rapper, Cardi B oder Stormzy. Schafft man all das wirklich ohne abzuheben und unsympathisch zu werden? Die einen sagen so, die anderen wieder ganz anders. Aber alle sagen laut „Sing!“, wenn der Song dazu läuft. Oder wackeln mit der Hüfte bei „Shape of You“. Wir nähern uns dem Phänomen Ed Sheeran. Dem schelmischen Rotschopf, dem Hobbitfreund im Karohemd mit der Engelsstimme und den grellen Tattoos.

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