Seit 40 Jahren liefert die größte Elektronik-Band aller Zeiten nun schon „Music For The Masses“ wie Fabrikarbeiter in einer Industriehalle ihrer Heimat Essex, deren Atmosphäre einem aus Hits wie „People Are People“ entgegen scheppert. Depeche Mode klingen dabei aber nie grobmotorisch, sondern immer sophisticated – was gleichermaßen an der tiefen, elegischen Stimme von Frontmann Dave Gahan und am deepen, emotionalen Songwriting von Martin Gore liegt. DM vereinen Synthie Pop und Alternative Rock, Industrial und Gospel, beeinflusst von der Dunkelheit von The Cure und von den Einstürzenden Neubauten und dem morbiden Charme des Berlin der 80er Jahre. Sie wurden von Drogencocktails in Versuchung und Nahtoderfahrungen geführt und in die Charts und himmlische Sphären gehoben von Millionen Fans weltweit. Das ist die Geschichte dieser besonderen Band, von der auch Journo-Kollege Markus Kavka einfach nicht genug kriegen kann. Der hat nämlich gerade ein Buch über Depeche Mode geschrieben und ergänzt mit einem anekdotenreichen Gastauftritt bei uns, was Marc in seinen Begegnungen mit dem supersympathischen und stilsicheren Sänger Dave Gahan erlebt hat. Hört eine der längsten Heldengeschichten bislang, Folge #35InDepecheMode. Enjoy the Podcast.
#034 Kylie
Sie ist die australische Madonna, eine Pop-Queen mit dem Charme der Neighbourin von Nebenan: Kylie Minogue. Seit ihrem ersten Hit „I Should Be So Lucky“ schien sie das Glück gepachtet zu haben, nach den chartspoppigen 80ern verwandelte sie sich in den 90ern an der Seite von Michael Hutchence (INXS) und Nick Cave in Indie-Kylie und wurde im Video zu „Where The Wild Roses Grow" zur wunderschönen Wasserleiche im Seerosenteich. Im neuen Jahrtausend war „Can't Get You Of Of My Head“ und das dazugehörige french-housig infizierte Album „Fever" das größte Comeback eines 80er Jahre Stars ever – doch das wahre Comeback sollte noch folgen, nach ihrer überstandenen Brustkrebserkrankung, womit sie Frauen auf der ganzen Welt Mut machte. Ihr neues Album widmet sie morgen den 70er Jahren, „Disco“ lässt uns im Lockdown light vom Ausgehen und Tanzen träumen, wir treffen Kylie als Sex-Symbol und LGBTQI+ Ikone im bunt beleuchteten Club um die Ecke. Oder in der neusten Episode unseres Podcasts #034Kylie.
#033 Bit of a Blur
Ladies & Gentlemen, „Girls and Boys“: Damon Albarn! Er ist der Tausendsassa der UK-Musikszene, ein Mann wie ein Schweizer-Armee-Messer im Zeichen des britischen Militärrings. 1. Als (Mit-)Erfinder von Brit-Pop mit seiner Band Blur, den Antagonisten von Oasis im „Battle of Brit Pop“, die nach ravigen Pophits abgebogen sind in spacige Gefilde und Indie-Rock und uns den ewigen Partysmasher „Song 2“ hinterlassen haben. 2. Als musikalischer Weltenbummler, der von Marokko bis Nordkorea reist, vor Ort mit einheimischen Musiker*innen arbeitet und sich für seine eigene Musik inspirieren lässt, am schönsten in seinem Bandprojekt The Good, The Bad & The Queen. Und 3. als Mitbegründer der ersten Comic-Band der Welt, den Gorillaz, die unsterblich cool unsere Lebensrealität und das Rock Star Life konterkarieren. Unzählige Gäste konnte Damon Albarn schon für die realen Gorillaz gewinnen, von Lou Reed über Grace Jones bis Bruce Willis, nur „Clint Eastwood“ noch nicht. Auf dem neuen Album sind Elton John, The Cure, Beck und junge Rapper wie Slowthai und 6LACK. Es heißt „Strange Timez“, erscheint heute und ist der perfekte Soundtrack für diese dystopischen Zeiten gerade. Damon Albarn und ein paar Weggefährten erzählen uns davon und von seinen vielen anderen Bands und Projekten in Episode #033BitofaBlur.
- Die Spotify Playlist zur Episode
- Blur Official
- Blur live at Hyde Park 2012 – Closing Ceremony of the Olympics
- Blur Documentary: No Distcance Left To Run
- Gorillaz Official
- Gorillaz – Clint Eastwood Video Clip
- The Good The Bad & The Queen Official
- Africa Express Homepage
- Rocket Juice & The Moon – Poison live
#032 Super Sonic Youth
Seit 40 Jahren dekonstruieren Sonic Youth erfolgreich Klänge, Melodien und unser Verständnis von Pop-Musik – und setzen alles neu wieder zusammen mit schrägen, alternativen Tunings, Coolness und Experimentierfreude. Ihre Sonic Roots in der Kunstszene werden offenbar durch ihren avantgardistischen Ansatz, ihr Artwork und ihre Videos, gestaltet von später weltbekannten Künstlern wie Gerhard Richter, Raymond Pettibon oder Spike Jonze. Sänger Thurston Moore erzählt uns die Geschichte von Sonic Youth: von den wilden Anfangstagen in Downtown New York, in dem sich Ende der 70er Punk, Hip Hop, Post Punk und Reggae vermischen, über die MTV-Jahre Anfang der 90er, als Alternative Music zum Mainstream wird, über den Rückzug in jazzige und noisige Alben danach und wie das Ende der Ehe mit „Kool Thing“ Kim Gordon auch das Ende von Sonic Youth bedeutete. Episode 32 mit 100% Sonic Youth!
#031 Marilyn Manson Mania(c)
Wer sich selbst einen Namen gibt, der einen der größten Hollywood-Stars mit einem der gefürchtetsten Verbrecher der US-Geschichte vereint, der liebt die Provokation. Die war von Anfang an Teil der Persona Marilyn Manson, die sich christliche-Privatschulabbrecher und Ex-Musikjournalist Brian Warner ausgedacht hat. Neben bleicher Schminke, verschieden farbenen Kontaktlinsen, Industrial Rock-Riffs und eloquenten Songtexten über seinen inneren Schmerz und dessen Betäubung mit Drogen, Christen- und Außenseitertum, Liebe, Sex und Tod. „We Are Chaos“ heißt sein neues Album zur Lage des Planeten Erde und seines Innenlebens, in seinen bekanntesten Songs wurden vorher „Sweet Dreams“ zu Albträumen und „The Beautiful People“ zu Zombies und Vampiren, er selber über die Jahre vom „Born Villain“, dem vom konservativen USA meistgehassten Rockmusiker, zum „Pale Emperor“, der auf dem gleichnamigen Album seine sterbende Mutter ehrt. Genauso eloquent zeigte sich der selbst ernannte „God of Fuck“ einst beim Interview-Monolog, den Marc Mühlenbrock zusammen mit anderen Journalisten sehr genoss: 30 Minuten, nur zwei Fragen – trotzdem oder gerade deshalb eine der interessantesten Begegnungen ever. Die besten Momente daraus gibt es in Episode #031MarilynMansonMania(c), in der Brian uns die Geschichte von Marilyn Manson erzählt.
#030 The Flaming Trips
Klassisches Orchester, Kunstblut, Konfettikanonen - das bringt nur diese eine Band zusammen. Seit fast 4 Jahrzehnten erweitern die Flaming Lips mit ihrer psychedelischen Musik unser Bewusstsein. Sie gelten mal als amerikanische Version von Radiohead oder als Weiterdenker des Pink Floyd-Space-Rock, dann wieder als letzte lebende Hippies, die den Sound der 68er in möglichst seltsamer Form wiederaufleben lassen. Ihre Diskographie verwässern sie mit ganzen Alben voller Ambient Sounds und schreddernden Punkrock. Vom Punk haben sie sich bis heute den Do-It-Yourself-Charme bewahrt, mit dem sie Absurditäten wie mp3-Sticks in essbaren Gummi-Schädeln, Autoradio-Kassettenkonzerte und einen eigenen Sci-Fi-Film erschaffen haben. Auf grandiose Weise kulminiert alles in ihrer orgiastischen Live-Show, einem Kindergeburtstag auf Acid mit Alien-Tänzer*innen und Neon-Einhörnern, erwachsenen Menschen in Tierkostümen und Riesenballons, allesamt hüpfend zu diesem unfassbar positiven und hoffnungsvollen F'Lips-Sound. Dahinter steht ein Mann mit einer kaleidoskopischen Vision: Wayne Coyne hat die Flaming Lips in Oklahoma City zum Leben erweckt mit seinem unendlichen Ideenreichtum, der auch Musiker von Mick Jones über Tame Impala bis Miley Cyrus in seinen Bann zieht. In Stereo.Typen #030TheFlamingTrips erzählt er uns von dem ein oder anderen (musikalischen) Trip bis hin zum neuen, überraschend folkigen und politischen Album „American Head“, das am bedeutsamen Datum 11. September erscheint.
#029 Alanis Morissette
Isn‘t She Iconic? Wie sie da mit Wollmütze im Auto sitzt und ihre spitzfindigen Alltagsbeobachtungen in die Welt schreit? Auch 25 Jahre später hallt der schallende Refrain von „Ironic“ noch nach. Es war einer von vielen Hits auf „Jagged Little Pill“, diesem musikalischen Befreiungsschlag, der sich bis heute unfassbare 35 Millionen Mal verkauft hat. Die damals gerade 21-jährige Alanis Morissette hat damit ein Female-Empowerment-Statement gesetzt, das die primär männerdominierte Grunge-Welt aufgerüttelt hat und bis heute Künstlerinnen wie Pink oder Katy Perry prägt wie kein anderes Album. Dabei musste Alanis auch bittere Pillen schlucken, um zu DER Rock-Ikone zu werden - von der konservativen katholischen Erziehung über Dance-Pop-Performances in Casting-Shows bis zu Absagen von Plattenfirmen. Ihre tiefe Spiritualität hat ihr dabei ebenso Halt und Kraft gegeben wie ihre drei Kinder Ever, Onyx & Winter Mercy und ihre freche Offenheit, die sie sich bis heute bewahrt hat. „You Oughta Know“ wieso sie auf ihrem neuen Album würdevoll zurückschaut, was sie über den Megahype in den 90ern denkt und wie viele Gemeinsamkeiten sie mit anderen Stereo.Typen-Protagonist*innen hat. All das erzählt sie uns und in Folge #029...
#028 Katy Content
Von der kalifornischen Pastorentochter Katheryn Elizabeth Hudson zu einem der größten und buntesten Popstars der Welt - diese Geschichte erzählen wir mit Hilfe von Katy Perry höchstpersönlich, in Folge #028KatyContent. Und klären dabei, wie zufrieden das „California Gurl“ denn nun ist, nachdem sie sich von ihrem christlich-konservativen Elternhaus provokativ gelöst hatte, indem sie davon sang, dass sie auch gerne mal Mädchen küsst, ein „Firework“ an Hits nicht nur gesungen sondern auch geschrieben hat und damit zu eine der bestverdienenden Künstlerinnen aller Zeiten geworden ist. Sie hat unterwegs Freunde gewonnen und verloren, wie Taylor Swift, die Gym Class Heroes oder den blauen Hau und hat die LGBTQ+ Community verärgert und supported. Ihr neues Album „Smile“ ist genauso kurz davor das Licht der Welt zu erblicken wie ihre erste Tochter, der sie mit „Daisies“ schon einen Song gewidmet hat. Hört die Geschichte eines „Teenage Dream“ ab jetzt überall, wo es Podcasts gibt…
#027 The Streets' Life
Mike Skinner, der Mann, der The Streets mit Leben füllt, ist einer der besten Storyteller seiner Generation. Er hat mit Geschichten, wie sie nur die Straße schreibt, unser Leben bereichert. Geschichten von Exzessen und Abstürzen, Freundinnen und Feinden, voller charmanter Lethargie, beißender Ironie und schonungsloser Ehrlichkeit. Runtergerappt mit diesem schnoddrigen Cockney-Dialekt auf luftige, demohafte UK-Garage-Sounds oder romantische Piano-Melodien – so hat er als Bedroom-Producer auf seinem ersten Album „Original Pirate Material“ LoFi-Hip-Hop erfunden, der heute allgegenwärtig ist. Auf seinem Zweitwerk „A Grand Don’t Come For Free“ nahm er uns mit auf die Suche nach vermissten 1000 Pfund – und dem Sinn von dem ganzen Scheiß hier. Es war der Soundtrack zu einem Film, den es nicht gab – kein Wunder also, dass Mike Skinner jetzt nachlegt und an einem Film arbeitet, der sein Leben erzählt. Das hat er auch bei uns gemacht, in Stereo.Typen #027TheStreets’Life. Und um sein neues Album geht’s natürlich auch.
#026 Jack White Stripes
Jack White ist der King of Retro, der Bewahrer und Erneuerer des Rock'n'Roll. Er ist der Blues-Rock-Storyteller des 21. Jahrhunderts mit unverkennbar verzerrtem und doch glasklarem Gitarrenspiel aus der Garage, das ihn in eine Reihe stellt mit den größten Gitarristen der Geschichte. Mit The White Stripes hat er erst die Indie-Clubs erobert mit „Fell in Love With a Girl“ und dann die Fußball-Clubs mit „Seven Nation Army“. Der Mann ist ein blasser Tausendsassa, er hat noch zwei All-Star-Bands, die bösen The Dead Weather mit Alison Mosshart von The Kills und die melodiösen The Raconteurs mit seinem Detroit-Buddy Brendan Benson. Und dann hat Mr. White ja noch einen Bond-Song in petto. All diese Musik lässt der hardest working man in showbiz vorzugsweise in seinen eigenen Vinyl-Fabriken pressen. Selbst ist der Mann, das hat er schon als Möbelpolsterer gelernt – erzählt uns Jack Fucking White himself in Episode #026JackWhiteStripes... achja, und Happy Birthday Jack!